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ETO MAGNETIC: Stockacher Produkte in vielen Autos weltweit

Tuesday, 03 October 2017 09:45

Südkurier

ETO MAGNETIC fertigt Automobilteile, die weltweit in Fahrzeugen stecken. Am Standort Stockach steht die nächste Vergrößerung des Werkes bevor.

Ein Stockacher Unternehmen darf sich auf die Fahnen schreiben, viele Unfälle mit Autos und Lastwagen zu verhindern. Denn ETO MAGNETIC, mit mehr als 1000 Mitarbeitern mit Abstand größter Arbeitgeber der Stadt, stellt Ventile her, die in Bremssystemen eingesetzt werden. Diese Ventile reagieren sehr schnell und ermöglichen zum Beispiel, dass Lastwagen in der Spur bleiben und einen deutlich kürzeren Bremsweg haben, wenn sie einem plötzlich auftretenden Hindernis ausweichen müssen. Bleibt der Rechner ausgeschaltet, der die Bremsventile für jedes Rad einzeln steuert, gerät der Lastzug hingegen ins Schlingern. Die Produkte von ETO MAGNETIC gehen dabei buchstäblich in die ganze Welt hinaus – denn sie stecken in einer Vielzahl von Fahrzeugen. Geschäftsführer Michael Schwabe: "ETO ist durch Bremsventile groß geworden."

In diesem Bereich sei das Unternehmen so stark gewesen, dass ein weiteres Wachstumsprodukt gefragt war. Spritspartechnik lautete das Zauberwort. In Zusammenarbeit mit VW entwickelten die Stockacher eine Technik, die die Ventile für die Luftzufuhr in den Motor unterschiedlich steuert, je nach dem, ob gerade viel oder wenig Leistung gefragt ist. Das Fachwort dafür lautet Nockenwellen-Ventilhub-Versteller. Im Normalbetrieb eines Autos ließen sich dadurch sieben Prozent Treibstoff einsparen, sagt Schwabe. Diese Innovation habe auch Türöffner-Charakter für das Unternehmen gehabt: "Dadurch sind wir als Kompetenzzentrum anerkannt", so der Geschäftsführer. Mit dem Ergebnis, dass nun die Industrie mit Anfragen auf ETO zukomme – zum Beispiel zur E-Mobilität. Dass das Thema das Unternehmen beschäftigt, lässt Schwabe durchblicken, Details gibt er jedoch nicht preis, denn: "E-Mobilität würde jeder gerne machen."

Dass die Produkte von ETO MAGNETIC weltweit vertreten sind, liegt nicht zuletzt auch daran, dass das Unternehmen Standorte in der ganzen Welt hat (siehe Kasten). Für einen Großauftrag von General Motors sei es entscheidend gewesen, dass ETO mit einem eigenen Werk in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan vertreten ist. Und auch für ein Werk in Mexiko, das Anfang dieses Jahres eröffnet hat, sei man sehr dankbar, so Schwabe.

Doch bei aller Internationalität kommt die Unternehmenszentrale in Stockach nicht zu kurz. 25 Jahre nachdem die frühere Elektroteile GmbH Oberuhldingen ihre Standorte in Oberuhldingen und Eigeltingen zusammengelegt hat, geht das Wachstum am Stammsitz auch räumlich weiter. Auf einem Feld, das nordöstlich an das derzeitige Werksgelände angrenzt und bereits der ETO gehört, wolle man sich vergrößern, sagt Schwabe. Dort soll ein Riegel von flachen Hallen für Logistik und Produktion angebaut werden, mit der Fertigstellung sei Mitte des nächsten Jahres zu rechnen, so Schwabe. Später könne das Unternehmen auf diesem Grundstück sogar noch weiter wachsen.

Und für die Verankerung in der Region sorgt auch die Christa und Hermann Laur-Stiftung, die das namensgebende Gründerehepaar 1968 aus der Taufe hob und der das Unternehmen gehört. Sie unterstützt laut Schwabe zum Beispiel die Nobelpreisträgertreffen in Lindau, hat die Stockacher Bürgerstiftung mitgegründet, einen Computertomografen für das Krankenhaus Stockach angeschafft und unterhält einen Stiftungslehrstuhl an der Konstanzer Hochschule Technik Wirtschaft Gestaltung (HTWG).

Die Stiftung spendet jährlich einen sechsstelligen Betrag.

Kennzahlen

Die ETO GRUPPE hat an ihrem Stammsitz Stockach mehr als 1000 Mitarbeiter, weltweit sind es laut Geschäftsführer Michael Schwabe 2100. Sie arbeiten neben Stockach in Vaihingen an der Enz, Nürnberg, Wroclaw (Polen), Kunshan (China), Grand Rapids (USA), Bangalore (Indien) und San Luis Potosí (Mexiko). Den Umsatz der Gruppe gibt Schwabe für 2016 mit 266 Millionen Euro an. Dieses Jahr werde voraussichtlich die 300 Millionen-Grenze überschritten. Darin spüre man stärkere Nachfrage nach Otto-Motoren, in denen ETO-Technik stärker zum Einsatz kommt als in Diesel-Motoren, erklärt Schwabe. Zudem würden wider Erwarten mehr Fahrzeuge gebaut. (eph)

Südkurier Redakteur @: Stephan Freißmann